Das Hauptziel eines Traders sollte Geldvermehren sein. Doch wie sollte er das erreichen? Darüber Gedanken zu machen, wird darüber entscheiden, ob man auf dem Markt erfolgreich sein wird oder nicht. Nach meiner Erfahrung sollten folgende Punkte beachtet werden. Die Punkte sind nicht didaktisch hintereinander aufgebaut, sollte jedoch nicht stören, weil sie alle in meinen Augen wichtig sind.
1) Eine Strategie überlegen.
Um nicht ein Getriebener, sondern ein aktiver Trader zu sein, sollte man sich eine gute Strategie zulegen, welche erlaubt, sich sowohl ein Gesamtbild zu verschaffen, als auch gute Ein- und Ausstiegspunkte zu generieren. Erst dann nämlich kann man aktiv handeln. Man sollte sich klar machen, dass es aussagekräftige Signale, also Nutzsignale gibt, als auch Rauschsignale. Diese beiden Signale auseinanderzuhalten, entscheidet darüber, ob man ein Getriebener ist, oder selber die Börse vor sich herschiebt. Zu oft beobachtet man nämlich, dass die Trader durch das Rauschen in die Irre geführt werden und dadurch viele Fehler produzieren.
Nicht nur das, viele Trader werden auch dazu angehalten, viele Trades einzugehen, weil man ihnen die falsche Hoffnung gegeben hat, man könnte auch aus dem Rauschsignal Profit schlagen. Das ist ein Trugschluss, denn man kann nicht jeden Trade so präziser platzieren, dass alle mit Gewinn abgeschlossen werden. Daher werden die Gewinne durch Fehltrades aufgefressen werden. Viele Trades machen nur die Banken glücklich, weil sie von den Gebühren leben.
2) Es geht also darum, aus dem Gewirr von Informationen das Nutzsignal von dem Rauschsignal zu trennen. Der Rauschanteil eines Signales nimmt rapider zu, wenn die betrachtete Zeiteinheit kleiner wird. Als Nutzsignal kommen daher nur die Infrage, die aus dem Bad der Rauschsignale herausragen, oder die zusammen eine bestimmte Formation ergeben. Ein einzelnes Signal sagt für sich genommen nichts aus, nur im Verhältnis zu anderen Signalen Gewinnen sie ihre Bedeutung. Wenn irgendwo zum Beispiel eine Doji-Kerze auftaucht, für sich alleine sagt das nichts aus, man muss daher betrachten, wo das Signal aufgetreten ist und wo in der Formation sie einzuordnen ist. Allein aus der Tatsache, dass eine Kerze aufgetaucht ist, lässt sich weder auf die Stärke dieses Signals schliessen, noch auf die Tragweite. Wenn eine Trendumkehr stattfinden zu sein scheint, dann sollte man auch abschätzen können, bis wohin dieser Trend gehen kann und allein aus dieser Information lässt sich ein Einstieg rechtfertigen. Können keine längerer Strecken erkannt werden, so sollte man diese Signale unter Rauschen abtun und sich einen Gefallen machen und sich den Markt fernbleiben.
3) Vorbereitung auf die Börse. Bevor die Börse beginnt, sollte man sich ein Gesamtbild verschaffen. Hat man nämlich eine Ahnung, wohin die Reise geht, dann ist man gegen die Stürme gut gewappnet. Dann können auch kleine Wellen einem nichts anhaben.
4) Dafür sollte man herausfinden, in welche Phase man sich befindet und wohin der Weg danach führen könnte. Der Markt schwankt in Phasen und diese sehen ziemlich identisch aus, wenn man natürlich gelernt hat, diese auch zu erkennen. Lässt man nämlich Rauschsignal beiseite, dann lassen sich Regelmäßigkeiten entdecken.
5) Immer in Trendrichtung handeln, denn wenn man einen Fehler gemacht hat, wird der Markt wieder an die gleiche Stelle zurückkehren. So kann man seine eigene Fehler wieder gutmachen. Es ist nämlich ausgeschlossen, dass man ohne Fehler handelt. Die Rauschsignale kommen oft in Form von quasi Nutzsignale daher, welche einem leicht täuschen können. Man muss Fehlertoleranz aufzeigen. Nur die Scalper meinen, sie könnten jede Schwankung mitnehmen. Daher sind sie ganz schnell rein und raus, was ihnen das Gefühl gibt, sie beherrschten den Markt, obwohl sie nur auf die Schwankungen reagieren, also Getriebene sind. Auf die lange Dauer werden sie vom Markt vorgeführt werden.
6) Daher sollte man zu häufiges Handeln vermeiden. Es ist nämlich ausgeschlossen, dass alle Trades auch aufgehen. Je häufiger man einen Fehler macht, desto verunsicherter wird man und desto mehr Fehler macht man. Wenn man nur ausgewählte Trades platziert, dann gewinnt man auch Vertrauen in das eigene können und das schont das Portmonee.
7) Die Wahl des Instruments sollte so sein, dass kleine Fehler, die durch das Rauschen entstehen, ausgebügelt werden können. Je enger man das Instrument wählt, desto fehlerhafter werden die Trades sein. Das ist wie in der Quantentheorie die Unmöglichkeit, sowohl den Ort und die Geschwindigkeit eines Partikels gleichzeitig anzugeben. Zurrt man den einen Teil fest, entkommt der andere Teil zwischen den Fingern. Das Zeitfenster und die Fehler sind umgekehrt proportional zueinander.
8) Langeweile aushalten. Es ist sehr wichtig, dass wenn zwischen Trades nichts passiert, die Langeweile durch unnütze Trades nicht auszufüllen ist, denn jedes Trade kostet Geld, die man wieder durch hohes Risiko einspielen muss.
9) Vertrauen aufbauen. Denn den Ängstlichen zerfressen die Haie. Man muss sich im klaren sein, dass die Börse ein Nullsummenspiel ist, das heisst, für den einen Verlierer gibt es einen Gewinner. Die Summe wird daher nie grösser sein, als die darin befindlichen Teilnehmer. Daher muss man schlauer sein, als die meisten Teilnehmer.
10) Verschwörungstheorien sollten vermieden werden, denn alle Information stecken in den Kursen. Die Aussage, die Kurse würden von einer unsichtbaren Hand gelenkt werden, nützt dem Traden nichts. Diese Einstellung impliziert, dass man nicht der Handelnder ist, sondern der Gelenkter. Wenn man vom Markt immer vorgeführt bekommt, dann sollte man ihm fernbleiben, denn nur ein aktiver Teilnehmer ist im Stande, Geld zu verdienen. Solange man die Absichten der grossen Lenker nicht kennt, bleibt einem nichts anderes übrig als die Kurse zu studieren. Alles andere ist zu Beruhigung des eigenen Gewissens und hilft dem Traden nicht. Und dass ein Einzelner die Kurse in bestimmter Richtung lenken könnte, ist auch Trugschluss, denn die Kurse kommen durch das Zusammenwirken viele einzelner Teilnehmer zusammen, über die man nur spekulieren könnte. Und man muss die richtigen Instrumente finden, um seine Abschätzung zu optimieren.
11) Fehleranalyse machen und schonungslos seine eigenen Fehler entdecken, sollte einstudiert werden. Denn die Überheblichkeit, die dazu verleitet, den Markt gering zu schätzen, kann sehr kostbar werden. Nur der Markt hat recht. Daher sollte man, sobald man Fehler in seinen Analysen feststellt, alle seine Instrumentarium durchgehen und den Fehler versuchen, auszuschalten. Weil der Markt ist zyklisch ist, wird man, falls man ihn nicht ausschaltet, immer wieder den gleichen Fehler machen und die Folgefehler werden einen ruinieren.










